• Die Kirche

 

 Die Kirche Koserow

Die Kirche in Koserow gehört zu den alten Kirchen der Insel, die am Achterwasser und im Inneren der Insel im 13. Jh. gebaut wurden. Ursprünglich als kleine Feldsteinkapelle errichtet, wurde sie im 15. Jh. um Altarraum und Turm erweitert. An der Nordseite sind das alte Feldsteinmauerwerk, alte Eingänge und die kleinen frühgotischen Fenster zu erkennen.

Am Turm sind die Spuren der jahrhundertealten Baugeschichte gut ablesbar. Der Mauervorsprung an der Ostseite deutet auf ein einst höheres Dach. In mehreren Abschnitten massiv aufgeführt, erhielt der Turm seine jetzige Gestalt Anfang des 20. Jh.. Mit den Badegästen zog bescheidener Wohlstand in die armen Dörfer der Kirchengemeinde Zempin, Koserow, Loddin, Stubbenfelde und Ückeritz ein. Seit 1870 wurde eine umfassende Erneuerung der Kirche vorbereitet, weil sie "wie eine Räuberhöhle" (Chronik) aussah. 1897 wurde die gerade Holz-Balkendecke durch die gewölbte Decke ersetzt, die an einen umgekehrten Schiffsrumpf erinnert. Emporen wurden eingebaut.

Seit 2007 wird die Kirche umfangriech saniert. Die Fenster wurden im ersten Jahr erneuert. 2009 wurde

die Kirche innen saniert und renoviert.

 

 

 

Die Orgel wurde von dem Stettiner Orgelbauer Grüneberg 1897 gebaut. Sie hat ein Manual, Pedal und hatte 10 Register. Die Orgel ist später erweitert und verändert worden.

Die Glocke wurde 1886 in Stettin umgegossen. Sie wird bis heute mit Hand geläutet. Eine zweite Glocke wurde der Überlieferung nach im 30jährigen Krieg von Kroaten in kaiserlichen Diensten als Kriegsbeute mitgenommen. 1895 wurden in der Swine zwei alte Glocken gefunden und gehoben. Weil sich die Herkunft nicht zweifelsfrei nachweisen ließ, kamen sie in das Stettiner Landesmuseum.

 

Der Kronleuchter im Turm wurde von den Zempiner Fischern als Dank für einen überreichen Bleifang im Achterwasser am

6. Januar 1900 gestiftet.

 Empore - Kirche Koserow
Altar - Kirche Koserow

Der 30jährige Krieg hat auf der Insel tiefe Spuren hinterlassen. Das alte Cölpin (heute Kölpinsee) war ganz ausgelöscht. Da scheint es wie ein Wunder, dass der Flügelaltar, um 1500 in einer Stralsunder Werkstatt gefertigt, uns noch zum großen Teil erhalten ist.

Der geschnitzte Festtagsaltar zeigt im Mittelbild Maria und Johannes unter dem Kreuz Jesu. Auf dem linken Seitenflügel sind oben Petrus und Paulus, unten Katharina und Barbara zu sehen. Petrus fehlt der Schlüssel und Katharina das Schwert. Zu Füßen Katharinas rauft sich der Kaiser, den sie im Glauben besiegt hat, den Bart. Im oberen Feld des rechten Seitenflügels steht eine heilige Märtyrerin neben einem Bischof. Darunter sind Annaselbdritt und Christopherus mit dem Jesuskind zu sehen.

Das Alltagsgesicht des Altars bestand aus den Rückseiten der geschnitzten Seitenflügel als Mittelbild. Darauf sind nur Reste der Tafelmalerei zu erkennen. Die Seitenflügel sind heute außen an den Festtagsaltar gefügt. Darauf sind links Ursula und Maria Magdalena mit dem Salbengefäß, rechts Margarethe und Agnes mit dem Lamm zu sehen.

Der Kruzifixus über der Taufe ist wohl über 600 Jahre alt und nicht für diese Kirche bestimmt gewesen. Nach Angaben der Inselchronik wurde es von Koserower Fischern in der Ostsee gefunden und ist dann hierher gekommen. Es wird im Volksmund das "Vinetakreuz" genannt.
Das Kreuz wurde 2006/2007 von der Restauratorin Anja Gundermann erneuert. Jetzt ist wieder die barocke Farbfassung zu sehen. Finanziert worden sind die Arbeiten aus Spenden und Patronatsmitteln.

 
 Der Lebensstrom - Kirche Koserow

Das Votivschiff hat der Fischer J. Labahn aus Ückeritz 1823 als Dank für seine Rettung aus Seenot gestiftet. Es wurde von Gerhard Frankenstein (Stade) und Siegfried Greinke (Büchen) restauriert  und ist seit dem 14. Juni 2009 wieder in der Kirche zu sehen.

 

Die Plastik "Lebensstrom" von Otto Flath (Bad Segeberg) ist seit 1994 in unserer Kirche. Sie ist 1936 in Ulme gearbeitet.